HSG Schleswig

Start in neue Handball-Ära geglückt

Als Florian Reuße vor einem Jahr den Schritt vor die Mannschaft wagte, stand der Männerhandball im Schleswiger Raum auf wackeligem Fundament.
Zwischen den Vorstandsebenen der Schleswiger Vereine herrschte knisternde Spannung und die Unzufriedenheit vernebelte den Blick auf eine zielorientierte Lösung.
Viele Jahre ist es her, dass sich im Herrenbereich eine Schleswiger Handballmannschaft in höherklassigen Ligen wiederfand. Eine Situation, die für den langjährigen
Spieler des SV Schleswig 06 „nicht mehr tragbar war“. Mit Hilfe einiger Mitspieler initiierte er den Weg zu dem lang ersehnten Zusammenschluss der drei Schleswiger
Handballvereine. Unter dem Dach der neu gegründeten HSG Schleswig schlossen sich der SV Schleswig 06, der TSV Friedrichsberg Busdorf und der TSV Hüsby zusammen, um den Schleswiger Männerhandball überregional salonfähig zu  machen. Ein Zusammenschluss, der viele Jahre zuvor kläglich gescheitert war und nun aufgrund der prekären Lage einen neuen Anlauf nahm. Uwe Holst war einst Vorsitzender des SV Schleswig 06 und leitete gemeinsam mit den Vertretern des Vereins vor vier Jahren die Trennung der erstmaligen Fusion ein. „Unterschiedlichste Interessenverhältnisse ließen uns keine Wahl und als Vorsitzender des Gesamtvereins vertritt man grundsätzlich die Meinung der Mitglieder“, sagt Holst. Somit ist er froh, dass nun das Zepter an die junge Generation abgegeben wird und ihnen die „alten Hasen“ in beratender Funktion zur Seite stehen. „Dieser Zusammenschluss war eine Initiative der Spieler“, sagt auch Thomas Siegmund, der den Vorsitz der SG H.F. Schleswig bekleidet. Eine vorangegangene Spielgemeinschaft aus Busdorf und Hüsby. „Nachdem mich Florian Reuße über die Planungen informierte, folgten mehrere Telefonate, dann setzten sich die Vertreter der jeweiligen Vereine an einen Tisch und es wurde ein Vertragskonstrukt ausgearbeitet“. Die Stammvereine sollen die HSG finanzieren
und somit das Vorhaben auf gesunde Füße stellen. Mit dem dänischen Vertreter Slesvig IF sollte das Konstrukt seinen Abschluss finden, jedoch würde sich für die Dänen ein Zusammenschluss aufgrund der ausgelassenen Fördermittel des dänischen Staates nicht rechnen.
Mit den Schleswiger Stadtwerken konnte ein bekannter lokaler Hauptsponsor vom Konzept überzeugt werden.
Schnell merkten beide Seiten, dass nicht nur das Stadtwerke-Motto „Gemeinsam was bewegen“ für Berührungspunkte sorgte. „Wir unterstützen den Sport in
unserer Region sehr umfangreich, somit war es eine Selbstverständlichkeit die HSG Schleswig zu unterstützen“, sagt Kerstin Busch von der Marketingabteilung der Schleswiger
Stadtwerke.  Zudem wurden mit dem Tiefbauunternehmen Greve, dem Bauunternehmen Matthiesen und der LVM Versicherungsagentur Buttler weitere namhafte lokale Sponsoren  gewonnen. Der neue Vorsitzende und aktive Spieler der neu
gegründeten HSG Schleswig, Tim Buttler, sieht nach dem Tiefpunkt aller Schleswiger Handballmannschaften optimistisch in die Zukunft. „In der Region sind genügend
Talente vorhanden. Wir konnten den jungen Spielern bloß keine ernsthafte sportliche Perspektive bieten und somit waren leistungsstarke Spieler nicht zu halten“, sagt
Buttler. Die 1. Mannschaft soll als Zugpferd dienen und mit Hilfe der stark aufspielenden A-Jugend sowie der 2. und 3. Männermannschaft das Grundgerüst einer erfolgreichen Zukunft bilden. Als Trainer
wurde Ingo Schmidt von SV Schleswig 06 gewonnen. „Ziel ist es kurzfristig in die Kreisoberliga aufzusteigen und somit langfristig höherklassigen Handball im
Schleswiger Raum anzubieten“. Ob die Spielgemeinschaft auf den Jugend- und Damenbereich ausgeweitet wird, steht noch in den Sternen.
Die bisherige Resonanz fällt aber sehr positiv aus, es gibt regelmäßige Treffen und demnächst will man sich zusammen setzen, um den Zusammenschluss über die Saison hinaus zu gewährleisten. „Die HSG muss sich verlängern, nur so kann der Handball im Raum Schleswig überleben“, so Siegmund.

 

Quelle: Schleswiger Nachrichten vom 04.12.2014

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.